211-O-101 Durch alle Wesen reicht der eine Raum: Poesie, Religion und Philosophie bei Rainer Maria Rilke (1875 - 1926) - Lesung mit philosophischen Gedanken

Beginn Do., 01.07.2021, 19:00 - 21:00 Uhr
Kursgebühr 14,00 €
Dauer 1 x
Kursleitung Michael A. Rappenglück M.A.

Rilke wollte aussprechen, was eigentlich nur im Schweigen zu erfassen ist. Er erkennt, wie sich Welt und Ich durch Achtsamkeit auf die Dinge und Lebewesen und die intime Begegnung mit ihnen verwandeln. Das „Fühlen“ ermöglicht eine intensive Wahrnehmung und eröffnet den Weg hin zum eigentlichen Verstehen, was „da und darinnen“ ist. Rilke beschäftigt die Frage nach der eigenen und fremden Existenz, dem Wesen der Zeit und des Raums, der Innen- und Außenseite einer vielfach facettiert erscheinenden Wirklichkeit. Die Lebens- und Daseinsdeutung, die Sinngebung in Konfrontation mit Leiden und Tod wird dabei nicht durch Philosophie und Wissenschaft geleistet, sondern durch eine religiöse, eigentlich mystische Poesie, die aus der technokratischen Welt der Moderne herausragt und mit ihr ringt. Rilke will dabei das „kaum Sagbare“ aussprechen in mythisch-expressionistischer Weise. Dazu bedarf es einer „Erweiterung der Sinne“, mit dem Ziel, den Eigenwert der Dinge und Wesen, ihren tieferen Zusammenhang im Ganzen wahrnehmen zu können und erkennbar werden zu lassen. Im Seminar wollen wir uns der poetisch gefassten, religiösen und philosophischen Erfahrung Rainer Maria Rilkes nähern, die geschichtliche Reflexionen, Grunderfahrungen moderner Existenzweise, phänomenologische Betrachtungsweise, Lebensphilosophie, Erlebnisse und Anschauungen der mystischen Tradition(en), Analogien und Assoziationen auf der naturphilosophischen Basis der damals neuen Relativitäts- und Quantentheorie zusammen in eine Weltanschauung nimmt. Mit Lesung ausgewählter Gedichte.




Zu diesem Kurs sind keine Orte verfügbar.

Termine

Datum
01.07.2021
Uhrzeit
19:00 - 21:00 Uhr
Ort
von zu Hause live im Internet teilnehmen