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22-1-H-047 Sterne, große Spiegel und Musik: Wilhelm Herschel (1738-1822) und seine "himmlische Familie" der Herschels (Karolina und John Herschel) (Online über Teams)

Beginn Mi., 20.07.2022, 19:30 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 15,00 €
Dauer 1 x
Kursleitung Michael A. Rappenglück M.A.

Die Familie Herschel – Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822), seine Schwester Caroline Lucretia Herschel (1750-1848) und sein Sohn Sir John Frederick William Herschel (1792-1871) – war wirklich „himmlisch“. F.W. Herschel war Astronom, Techniker, Musiklehrer, Komponist, Organist und Arrangeur. Joseph Haydn (1732-1809) besuchte ihn 1791 und schaute durch sein Teleskop. Herschel stammte ursprünglich aus Hannover und floh 1757 vor den französischen Truppen nach England. Dort wurde er 1766 in Bath Musikdirektor. Er komponierte Symphonien, Konzerte und Sonaten. Durch das Studium der mathematischen Musiktheorie angeregt, befasste er sich mit Mathematik sowie dem Bau und Verkauf astronomischer Instrumente. Herschel fertigte viele Spiegelteleskope, die mit immer größer werdendem Durchmesser leistungsfähiger wurden. Mit diesen durchmusterte er über Jahre hinweg den Himmel und sammelte Nebel und Sternhaufen in verschiedenen Katalogen. So versuchte er ein dreidimensionales Bild von der Milchstraße zu bekommen und ihre Größe abzuschätzen: 1820 kam er auf einen Durchmesser der Galaxis auf rund 20000 Lichtjahre, ein für die damaligen Vorstellungen unglaublich großer Wert. Er dachte, dass die Sonne sich nahe dem galaktischen Zentrum befindet. Er bemühte sich, die Bewegung der Sonne im System der Galaxis relativ zu den anderen Sternen zu bestimmen, blieb damit aber erfolglos. In verschiedenen Arbeiten unternahm er eine Katalogisierung und Klassifizierung der „Nebelflecke“ (heute Gas- und Staubnebel, Planetarische Nebel, Kugelsternhaufen, Galaxien). Er konnte einige der Nebelflecke in Einzelsterne auflösen. Im Verlaufe seiner Untersuchungen entwickelte er die Idee der Entwicklung der Himmelsobjekte. Herschel erkannte, dass der Planet Venus eine Atmosphäre hat. Beim Mars sah er jahreszeitliche Veränderungen. Er bestimmte die bestimmte Rotationsperiode des Saturn und zwei seiner Monde (Mimas und Enceladus). Er entdeckte den Planeten Uranus (1781), zwei seiner Monde (Titania und Oberon) und sogar das Ringsystem des Uranus. Herschel beobachtete Sonnenflecken und vermutetet einen Einfluss der Sonne auf das Klima. Er prägte den Begriff “Asteroid”, um das sternähnliche Aussehen von kleinen Himmelskörpern zu beschreiben. Herschel spekulierte über bewohnte Planeten. Und er entdeckte die Infrarotstrahlung (1800). 1820 wurde er zum ersten Präsidenten der Royal Astronomical Society gewählt. Herschels Schwester Caroline war Sängerin, Musikerin, Astronomin. Sie entdeckte Nebel und Kometen. Sie erstellte einen Katalog für Sternhaufen und Nebelflecke. Sie war die erste Frau, die in Anerkennung ihrer Leistungen 1828 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society erhielt. Der Sohn F.W. Herschels, John Frederick, wurde zunächst Jurist, dann aber Astronom. Er reiste zum Kap nach Südafrika, um den südlichen Sternenhimmel zu erforschen und gab verschiedene Kataloge zu tausenden von Nebelflecken und Sternhaufen heraus. Er erkannte als erster, dass es sich bei den Magellanschen Wolken ("Wolken des Kaps") um eine Ansammlung von Einzelsternen handelt. Auf ihn geht die Einführung des Julianischen Datums zurück. Er entdeckte 1842 mit dem Golddruckverfahren (Chrysotypie) wie sich Papierbilder mit einer Emulsion (Ammoniumeisencitrat) beschichten ließen, um damit fotografische Aufnahmen durchzuführen und zu konservieren.




Kursort

webinar: live im Internet von zu Hause aus teilnehmen




Termine

Datum
20.07.2022
Uhrzeit
19:30 - 21:30 Uhr
Ort
webinar: live im Internet von zu Hause aus teilnehmen